Opi Dedko kam vor einem halben Jahr zu mir weil er sich aufgegeben hatte und schon zum sterben hingelegt. Er war im Auffanglager Nitra völlig hilflos und lag fast nur noch auf dem Schotterboden.
Auch hier sah es anfangs nicht gut für ihn aus. Schwehörig, schlechte Augen, Arthrose und viel zu dick, lag er 23 1/2 Stunden am Tag nur auf hartem Boden.
Zudem hatte Dedko beschlossen sich nicht mehr anfassen zu lassen was den Umgang mit dem sturen Tropf sehr schwierig gestaltete.
Es hat ein paar Tage gedauert bis wir ihm das Geschirr abnehmen konnten. Dedko ist sehr wehrhaft wenn er etwas nicht will!
Dedkos erstes wirkliches Interesse galt dem Grill und meinem Bruder in Handwerkermontur. Da kam auf einmal Leben in den Opi! Hämmern, sägen, Werkzeuge und Leitern! Das macht den Dedko munter. Besser sind allerdings Staubsauger, Bagger und die Kreissäge! Langsam kam das Leben zurück.
Die Liegeschwielen sind abgeheilt, das Gewicht hat sich normalisiert, der dicke Pelz ist runter und Dedko kann wieder lachen.
Inzwischen ist es Herbst geworden und für Dedko hat ein zweiter Frühling begonnen. Er ist fröhlich und lebhaft und hinter den läufigen Mädels her. Er lässt sich streicheln und bürsten und hat sich an die gesunde Rohkost gewöhnt.
Natürlich bekommt er immer noch seine geliebte Leberwurst aus den Anfangstagen, aber nur damit er sein Ginko und seine Schmerzmittel freiwillig einnimmt.
Dedko nimmt jetzt auch an den Spaziergängen teil und hat Normalgewicht. Er kann Treppen gehen und wenn es ihm pressiert, dann töltet er!
18.10.11 Dedko findet das nasskalte Wetter nicht so gut und er humpelt wieder mehr. Er verbringt dem größten Teil des Tages im Haus in seinem Kuschelbett. Zufrieden sieht er aus, was?
09.06.11 Dedko ist tot. Er ist einfach nicht mehr aufgewacht.
Er hat seinen versprochenen Frühling noch erleben dürfen und wenn ich auch in Wirklichkeit jeden Tag mit seinem Ableben gerechnet habe, war es doch unerwartet für mich.